Der Resonanzraum
Dieser Blog ist mein offenes Notizbuch. Hier teile ich Beobachtungen, Gedanken und Reflexionen - mal alltäglich, mal analytisch. Nicht alles ist fertig oder abgeschlossen. Manches bleibt Skizze, anderes wächst weiter und wird zu einer Veröffentlichung. Der Reiz liegt darin Forschung sichtbar zu machen, während sie entsteht.
Kategorien / Rubriken
Jede Beobachtung hat ihre eigene Situation. Um besser zu finden nach welchen Erkenntnissen du suchst, lassen sie sich in 4 rubriken einordnen:
Reflexionen
Hier teile ich Gedanken, die über den Moment hinausgehen. Reflexionen verbinden Beobachtungen mit Fragen, Erkenntnissen und manchmal auch neuen Perspektiven. Kein fertiges Ergebnis - sondern ein Blick unter die Oberfläche.
Alltagsnotizen
Manchmal entstehen die spannendsten Einsichten nicht im Seminarraum, sondern mitten im Alltag. Kurze Notizen, Eindrücke und Beobachtungen, die zeigen: Forschung beginnt oft da, wo man es nicht erwartet.
Speedruns
Kurze Begegnungen, nicht länger als ein oder zwei Situationen in ihre kleinsten bausteine zerlegt und analysiert. Wieso reagieren Menschen so, wie sie es tun und was vermitteln sie nonverbal? Ein Blick unter die Oberfläche verrät es uns.
Zwischenstände
Nicht jede Frage findet sofort eine Antwort. Zwischenstände sind Einblicke in laufende Projekte: offene Fragen, erste Ergebnisse, Impulse, die weiterdenken lassen. Forschung sichtbar gemacht - mitten im Prozess.
"Hast du mal Feuer?" - Selbstschutz
Speedruns
Hilfe ≠ Offenheit
Ich befand mich auf dem Bahnsteig und sprach eine junge Frau an, um sie nach Feuer zu fragen. Sie hatte ihr Handy in der Hand und starrte darauf, als würde ihr Blick magnetisch angezogen. Als ich sie ansprach, hob sie kurz ihren Blick. Und mit kurz meinte ich wirklich kurz - nicht mal eine halbe Sekunde huschten ihre Augen nach oben, bis sie sich ihrer magnetischen Wirkung wieder bewusst wurden und zurück auf den Display fielen. Es gab keine verbale Antwort auf meinen freundlichen Opener. Sie hielt mir ihr Feuer hin, ich zündete meine Zigarette an, reichte es zurück und bedankte mich. Keine Antwort, nicht mal ein zweiter Blick.
"Unfreundlich", schoss es mir durch den Kopf. Aber war sie wirklich unfreundlich? Ich entschloss mich dazu sie ein paar Momente zu beobachten.
Sie schlenderte zu einer Sitzgelegenheit, ihren Blick wandte sie nicht von ihrem Handy ab - nur für ein, zwei ultraschnelle Umgebungsscans. Sie ließ sich nieder und vergrub sich fast in sich selbst: Schultern nach vorn gebeugt, ihre Haare fielen nach vorn und bildeten einen leichten Vorhang zwischen ihr und der Außenwelt. Ihr Blick nach wie vor an das Display geheftet und ihre Ellenbogen stützte sie auf ihren Knien ab, die sie dicht zum Körper gezogen hatte. Ihr Handy hielt sie etwas höher, sodass es eine Art "Schutzschild" nach außen bildete. Ab und zu lässt sie ihren Blick über ihre unmittelbare Umgebung gleiten, aber nie länger als eine Sekunde.
Also: unhöflich? Nein, diese Person befindet sich gerade im absoluten Selbstschutzmodus. Sie war nicht unerreichbar, schließlich hatte sie mir ihr Feuer geliehen, aber mehr Interaktion war absolut nicht erwünscht.
Fazit: Man kann helfen, ohne Nähe zuzulassen.
"Hast du mal Feuer?" - Abwertung
Speedruns
Raum einnehmen ≠ Respekt
Ein heißer Sommertag in Berlin. Ich bin mit einem Freund gemeinsam in der Stadt unterwegs, wir laufen durch die Straßen, unterhalten uns angeregt und lachen. Ein Mann sitzt auf einer Bank einige Meter vor uns. Oberkörperfrei, Beine weit gespreizt: Er nimmt die ganze Bank ein. Überzogen Selbstbewusst. Wir nähern uns und er spricht uns direkt an. Keine Begrüßung, kein Opener. Ein Blick in unsere Richtung und "Feuer?". Ich reagiere freundlich, lasse 1-2 Floskeln fallen - keine Antwort. Er nimmt das Feuer, zündet seine Zigarette an, reicht es zurück und dreht sich sofort ab. Gespräch beendet. Ich wünsche ihm trotzdem noch einen schönen Tag, wir gehen ein paar Schritte weiter und ich höre nur ein "Tsss.".
Jeder, der sich jetzt denkt "Unfreundlich." hat absolut Recht. In diesem Fall war es kein Selbstschutz (zumindest kein direkter), sondern wahrscheinlich Selbstüberhöhung oder Abwertung. Er hatte kein Interesse an einer Verbindung, sondern war nur auf sein Ziel aus.
Fazit: Manche Begegnungen sind Einbahnstraßen.
Ein falscher Leader
Reflexionen
Lautstärke ≠ Führung
Der Text entsteht gerade - erste Gedanken sind bereits notiert, die Ausarbeitung folgt.